Voice

Turning Point rocks

Bekannten Texten eine eigene Note gegeben

Publikum kam beim Konzert der Gruppe Voice im Kulturforum auf seine Kosten

Badische Nachrichten 25.10.1995 
 

Im Oktober 1993 traten sie zum ersten Mal im Turning Point auf. Am Sonntag gab es ein Wiedersehen und Wiederhören mit „Voice“ (zu deutsch Stimme)im Kulturforum Herrenwies. Voice das sind eigentlich sechs Musiker aus dem Gebiet Freudenstadt, die am Spielen Spaß haben: so heißt es in einem Info der Gruppe. Dafür, dass sie nur so zum Spaß spielen, gibt es die Formation Voice schon sehr lange: Gegründet wurde sie bereits 1980. Ihren wohl spektakulärsten Auftritt hatte die Gruppe 1987 in Horb als Vorgruppe von Alvin Lee, welcher Musikerkennern als ehemaliger Bandleader der legendären Gruppe „Ten Years After“ von Woodstock her bekannt ist.

Am Sonntag trat Voice mit fünf Musikern auf: Frontmann und Sänger Daniel Grossbach, Bandleader, Schlagzeuger und Sänger Uwe Stephan, Bassist Burkhard Schmierer, Leadgitarrist Ralf Günther und Keyboardspieler Peter Luz. Trompeter Klaus Heuser war diesmal nicht mit von der Partie. Was am Sonntag von Voice in Herrenwies geboten wurde, war eine durchaus hörens- und sehenswerte Show: Rock, Blues und Funk, Oldies und eigene Stücke (meist komponiert und getextet von Uwe Stephan) sowie etwas Showbusiness und Schwung von Daniel Grossbach, der während des ganzen Konzertes gut zu unterhalten wusste. Eine überwiegend geradlinig gespielte Rockmusik wurde ohne Schnörkel vorgetragen. Die kraftvolle Stimme Großbachs wusste zu begeistern und kam im Kellergewölbe des Turning Point gut an. Peter Luz als Keyboarder konnte durch verschiedene Einlagen noch mehr Klangfarbe, vor allem bei den Oldies, hineinzaubern.

Die Coverversionen namhafter Bands wie Manfred Mann’s Earth Band, Toto, Lynyrd Skynryd, Bon Jovi oder Bryan Adams ließen aus diesem Konzert ein anspruchsvolles Ereignis werden. So wurden Titel wie Lonely mans blues, Spirits in the night, Keep on living, Close to your dreams, Sweet home Alabama, Here I go again, The rose, Don’t stop the fighting oder Wish you were here (von Pink Floyd) gespielt.

Die Ballade Leninggrad wurde so eindrucksvoll vorgetragen, dass man meinen konnte, Pianospieler und Sänger Billy Joel würde leibhaftig auf der Bühne stehen. Dass die Eigenkompositionen qualitativ nicht den Coverversionen hinterherhinkten, bewies am besten das Stück Life full of lifetime, welches man durchaus zu einem der Höhepunkte des Konzertes zählen durfte. Neben letztgenanntem Titel wurden an diesem Abend auch andere eigene Stücke vorgestellt, welche sich auf der CD „Welcome“ befinden.

Voice hat bewiesen, dass es gut möglich ist, bekannte Stücke nachzuspielen und diesen eine eigene Note zu geben. Eigene Stücke wurden so hervorragend in das Programm integriert, dass man von der Spielart und der Vortragsweise her gar keinen Unterschied erkennen konnte zu den Oldies. Das Publikum kam sehr wohl auf seine Kosten, nicht ohne Grund mussten mehrere Zugaben gegeben werden.