Voice

Voice plays Joe Cocker and other classic rock songs

Voice freut sich bei voice-joe-cocker-tribute-komplett im Stadthaus Freudenstadt das Jahr 2015 ausklingen zu lassen. Dabei wird die Band auf der einen Seite Klassiker und unbekannte Lieder des leider viel zu früh verstorbenen Joe Cocker auf ihre ganz spezielle Art interpretieren, um danach im zweiten Teil des Konzerts noch einmal richtig mit Klassikern der Rockmusik von Pink Floyd, Toto, Manfred Mann’s Earth Band und vielen anderen Hochkaräter abzurocken.

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Das schreibt die Presse:

Südwestpresse Montag, 21.12.2015 (Hannes Kuhnert)

„Voice“ setzt Joe Cocker ein Denkmal

Freudenstadts dienstälteste Rockgruppe widmete dem englischen Barden ihr „Weihnachtsspecial“

In einer vorweihnachtlichen Sonderveranstaltung gab Kultur am Dobel dem Publikum in einem proppenvollen Saal ordentlich was auf die Ohren. „Weihnachtsspecial“ nannte die Rockgruppe „Voice“ ihren viel beachteten Auftritt, den sie einem englischen Sänger widmete, der vor einem Jahr am 22. Dezember im Alter von 70 Jahren gestorben war, dem charismatischen Joe Cocker.

Freudenstadt. Joe Robert Cocker, gelernter Gasinstallateur, hatte schon 1996 bei „Woodstock“ vor dem Mikrophon gezappelt, hat mit Liedern wie „With a Little Help from My Friends“ oder „You Can Leave Your Hat On“ Welterfolge gelandet, die in aller Ohren sind. Cocker hat alle Höhen und Tiefen einer Musikerkarriere aus den Sechzigern durchpflügt, bleibt in Erinnerung als stoppelbärtiger, hemdsärmeliger Engländer, der mit ausgebreiteten Armen und schnippenden Fingern Lieder und Balladen mit angerauter Stimme dröhnt.

Ralf Günther, Gitarrist bei „Voice“, kam auf die Idee, diesem Mann ein musikalisches Denkmal zu setzen, Revival sagt man dazu unter Musikern. Zwei Cocker-Stücke hatte die Band ohnehin im Repertoire, „weil er einfach gut ist“, wie Günther sagt. In einem intensiven Einsatz wurden innerhalb von fünf Wochen sieben weitere Songs einstudiert. Die zelebrierte die auf inzwischen neun Musiker angewachsene Gruppe leidenschaftlich zwar nach klassischem Vorbild aber in durchaus eigener Manier.

Ein Tribut an den unvergesslichen englischen Sänger

Dabei verzichtete Leadsänger Daniel Grossbach wohltuend darauf, Cocker in Stimme und Gestik nachzuäffen, dafür lieber seiner Musik Referenz zu erweisen. Schöne alte Cocker-Songs wurden da, ausgezeichnet gecovert, in Erinnerung gebracht, „Unchain My Heart“, den wundervollen Höhenflug mit „Up Where We Belong“ oder „When The Night Comes“. Mit viel Gefühl brachten Sabine Mast mit Stephan Barth an den Keyboards das innige „You Are So Beautyful“ rüber, geschmückt von einem Trompetensolo von Klaus Heuser. Das Publikum honorierte das alles mit viel Beifall.

Überhaupt das Publikum: Es war etwas anders als die gewohnte Kultur am Dobel-Gemeinde und es fand auch andere Bedingungen vor. Ein Drittel des Saals war bestuhlt wie immer. Dort konnte man in Reihen sitzen und artig applaudieren, wenn ein Stück ausklang. Zwei Drittel des Saals aber waren mit weißgedeckten Tischen bestückt, an denen sich ein Großteil des Publikums zwanglos einfand, sich gelegentlich zur Selbstbedienung an die Theke begab oder auch mal rumschlenderte.

Die Gruppe „Voice“ setzt sich heute zusammen aus Benjamin Bartels (Saxophon), den Sängerinnen Sabine Mast und Silvia Döttling, Ralf Günther an der Gitarre, Burkhard Schmierer am Bass, Sänger Daniel Grossbach, Stephan Barth (Gitarre und Keyboard), Klaus Heuser an der Trompete, „Boss“ Uwe Stephan am Schlagzeug und Christian Felchle als Mixer in der Technik.

„Voice“ gilt als dienstälteste Rockband Freudenstadts. 1979 als reine Schülerband mit vier Mann gegründet, ist sie mit ihrem Publikum gewachsen und reifer geworden, wie es Uwe Stephan formuliert, hat die verschiedenen Lebensphasen seit der Schulzeit mit ihrem Publikum durchgemacht. Einst hat „Voice“ eigene Texte und eigene Musik gespielt – und das nicht schlecht, wie versichert wird. Diese Zeiten sind vorbei. In den Neunzigern wandelte sich die weiter wachsende und sich immer wieder verändernde Gruppe zur reinen Coverband. „Wir sind keine Band für die 18- bis 25-Jährigen“, sagt Keyboarder Stephan „Paule“ Barth, „und wir spielen auch keine Helene Fischer“.

Ein wilder Streifzug durch die Genres und Hits der 70er bis 90er

Das Publikum der Gruppe ist im guten Mittelalter angesiedelt, wie auch das Altersspektrum in der Band von 26 und 53 Jahren liegt. Legendär sind die mitreißenden Auftritte von „Voice“ beim Freudenstädter Stadtfest, ansonsten absolviert sie im Jahr etwa ein halbes Dutzend „Jobs“, von der Sportplatzeinweihung bis zur Hochzeit. Geprobt wir einmal wöchentlich.

Die Freude an der Musik und der Spaß am gemeinsamen Musikmachen hat die neun Frauen und Männer zusammengeführt. Sie betrachten überzeugt die Musik als ihr reines Hobby. „Das ist alles live, das ist alle echt und handgemacht“, versichert Stephan Barth. „Und wenn wir Fehler machen, Fehler, wie sie auch die Profis machen, dann stehen wir auch dazu“.

„Voice“ will nach dem Erfolg ihres ersten Revivals nicht ausschließen, wieder einmal ein „Special“ zu produzieren. Etwa eine Stunde widmete „Voice“ dem guten alten Joe Cocker, dann ging es in einem wilden Streifzug durch Genres, Gender und Generationen an die Hits der 70er- bis 90er Jahre. Und da sang, steppte, tanzte, hippte und wippte der ganze Saal. Pardon: Zwei Drittel des Saals – der Rest saß im bestuhlten Bereich.

Schwarzwälder Bote 20.12.2015 Tina Frey

Und plötzlich zuckt es in den Beinen

Heimspiel bei „Kultur am Dobel“: Zum Jahresabschluss gab die Truppe von „Voice“ ein donnerndes Konzert. Das Stadthaus wurde für einen Abend zur Zeitreisekapsel zurück in die Tage, als Freudenstadts Middle-Ager jung und wild waren.

Mit einem Tribut an Joe Cocker starteten die Musiker in die erste Runde des Konzertabends. „Voice“ sind eine Freudenstädter Institution. Seit den Schultagen sind die Bandmitglieder miteinander unterwegs und haben seitdem eine treue Fangemeinde – und offenbar auch eine lange Liste an Anekdoten aus dem Freudenstädter Musikleben gesammelt. Da überraschte es nicht, dass der Dachsaal im Stadthaus voll besetzt war – und neben Stehtischen samt einer kleinen Tanzfläche auch eine Konzertbestuhlung angeboten wurde, von der aus man den Rockklängen in etwas bequemerer Position lauschen konnte.

Nicht nur das Publikum, auch die Musiker waren mehrheitlich längst im Schwabenalter angekommen. Das Warm-up zur Rockparty brauchte folglich ein paar Takte Zeit. Die ersten Interpretationen von Cockers rauen, kantigen Songs gerieten noch etwas „stubenrein“, wurden aber von Minute zu Minute besser.

Spätestens bei „Up Where we Belong“, bei dem Frontmann Daniel Grossbach seine geballte raustimmige Gefühlsladung aufs Mikrofon legen konnte, war der Knoten geplatzt. Es war ein Konzert, das Spaß machte – den Musikern, den Zuhörern und vor allem beiden miteinander. Die ersten Tischlichter wurden im Takt geschwenkt, die Musiker setzten zu technisch nicht immer makellosen, aber musikalisch überzeugenden Soli an, die mit reichlich Szenenapplaus bedacht wurden. Die Sängerinnen Silvia Döttling und Sabine Mast setzten dem Ganzen mit einem grandios souligen Begleitgesang das i-Tüpfelchen auf.

Zur demographischen Publikumsstruktur passte, dass der Abend auch mit geistigem Mehrwert versehen wurde. In drei Zwischenepisoden wurde Biographisches und Unterhaltsames von Joe Cocker vorgetragen. „Ihr habt so viel Eintritt bezahlt, da soll Ihr auch was mitnehmen“, war Frontmann Daniel Grossbachs Kommentar. Richtig los ging die Party allerdings nach der Pause, als „Voice“ zu ihrem Standard- und Paradeprogramm wechselte: „Rock Trip Through the Decades“. Schien es vorher noch so, als ob man dem britischen Altmeister durch eine respektvolle Darbietung seines beeindruckenden musikalischen Lebenswerks keine Schande machen wollte, drehten die Musiker zu späterer Stunde den Hahn auf.

Silvia Döttling sorgte mit einer packenden Interpretation von Tina Turners „Rolling on the River“ für Zucken in den Beinen. Dem gaben langsam auch immer mehr Gäste nach, vorne füllte sich die kleine Tanzfläche, hinten wurde der Platz zwischen den Tischen genutzt.

Die Musiker wussten derweil, wie sie die Spannung zu halten hatten, ohne ein allzu unbequemes Tempo anzuschlagen. Mit lang gezogenen Intros, in denen jeder einzelne Instrumentalist zunehmend Spaß und Freiheit zeigte, kitzelten sie die Zuhörer, bis dann mit Vollgas in den Song gewechselt wurde.

Wer nicht tanzen wollte, hörte zu und erzählte Anekdoten – aus früheren Tagen der Band und den Jahren, als die Rock-Klassiker noch aktuelle Chart-Hits waren.

Mit lautem Rock-Sound ging im Stadthaus auch die diesjährige Runde von „Kultur am Dobel“ zu Ende. Am 9. Januar geht es hier weiter – mit einem kleinen Kontrastprogramm: Statt Freudenstädter Rock gibt es schwäbisches Musikkabarett mit dem Chor der Mönche, „Kutta ra!“.