Voice

Künstlerhaus Benefiz

Rockmusik fürs Künstlerhaus

Südwest Presse 07.11.2008

Sie hat mit „Ten Years After“ und dem „Frankfurter Kurorchester“ gespielt und feiert nächstes Jahr 30-jähriges Bühnenjubiläum: die Gruppe „Voice“ aus Freudenstadt. Am 15. November spielt sie im Horber Kloster zu Gunsten des Künstlerhaus-Projektes.

Horb. Rockmusik bedeutet den acht Bandmitgliedern (fast) alles, und deshalb sind sie auch von der Idee begeistert, jungen Künstlern in Horb die Möglichkeit zu geben, nach ihren Vorstellungen zu leben und zu arbeiten. Dass es dabei um Bildende Kunst und nicht um Musik geht, spielt für „Voice“ keine Rolle: „Hauptsache ist doch, dass man seine Kreativität umsetzen kann“, sagt Keyboarder Stefan Barth.

Veranstaltet von der SÜDWEST PRESSE und vom Förderverein Künstlerhaus erwartet die Musikfreunde am Samstag, 15. November, ab 21 Uhr im Kloster eine mitreißende Mischung aus Rock und Pop, meist Coverversionen berühmter Songs von Joe Cocker über Manfred Mann und Melissa Etheridge bis Toto und Pink Floyd. Aber die Band hat auch eigene Titel im Programm, etwa die gefühlvolle Ballade „Little Dreamer“ oder das rockige „Together“, mit der sie eine große musikalische Bandbreite beweist. Bereits in den 80er Jahren veröffentlichte „Voice“ ein eigenes Musikvideo: Eine Werbeagentur nutzte die Single „Time is money“ und gewann mit dem Video einen internationalen Preis. Und im Jahr 1990 nahmen die Musiker mit „Welcome“ die erste LP/CD auf, die in den Charts des Deutschen Rockmusikerverbands immerhin auf Platz 13 kam. Später wurden „Voice“ vom Rockmusikerverband in die Endauscheidung für den Rock- und Pop-Preis 2000, Sparte Popmusik entsandt.

Gründungsmitglieder der Freudenstädter Gruppe sind Ralf Günter (Gitarre), Uwe Stephan (Schlagzeug, Gesang), Burkhard Schmierer (Bass) und Daniel Grossbach (Gesang, Gitarre). Stefan Barth (Keyboards, Gitarre), Silvia Schneider (Gesang), Klaus Heuser (Trompete) und Benjamin Bartels (Saxophon) sind später dazu gestoßen.

Am 15. November erwartet die Zuhörer eine Zeitreise durch die Musik, anspruchvolles und zugleich mit „Schmackes“. Daniel Grossbach und Silvia Schneider ziehen das Publikum mit Stimmgewalt in ihren Band, und für den authentischen Live-Sound sorgt unter anderem der druckvolle Bläsersatz von Klaus Heuser und Benni Bartels. Karten zu 10 Euro (die in vollem Umfang ans Künstlerhaus gehen) gibt es ab sofort in der SÜDWEST PRESSE Geschäftsstelle in der Schillerstraße und in der Kulturgaststätte im Kloster.

Locker und stimmgewaltig

 Südwest Presse 07.11.2008

That will do ist Geschichte. Doch seit dem Live Auftritt der Rockband Voice am Samstag im Kloster ist klar, daß kein musikalisches Vakuum entstanden ist. Perfekt handgemachte Mainstream Rockmusik wurde dabei bis tief in die Nacht zelebriert. Das Freudenstädter Septett setzte einen Meilenstein. Und das Schöne dabei ist, daß der Voice Gig auch noch für eine gute Sache veranstaltet wurde.Michael Zerhusen, der die Band ins Kloster geholt hat, steht bekanntlich dem Künstlerhaus Projekt vor – und genau hierfür rockte Voice auf Teufel komm raus.

Klar, es hätten noch ein paar Leute mehr sein können, doch gegen den Fasnets Auftakt in Horb anzuspielen ist eine Sache für sich. Dennoch – wer gekommen war, sollte ein Rockkonzert der Extra Klasse erleben. Voice, schon seit fast 30 Jahren im Geschäft, lieferte einen authentischen Live Sound, der hauptsächlich aus Coverversionen legendärer Bands und Interpreten bestand. Seinen Teil trägt dazu bei Sänger und Gitarrist Daniel Grossbach, der trotz einer Grippe das letzte aus seiner Stimme herausholte. Und wenn er mal kurz eine Pause benötigte, da war da Stimmwunder Silvia Schneider mit von der Partie. Die Rockröhre präsentierte sich als die personifizierte Stimmgewalt.

Egal ob’s grad mal bluesig zuging, ob rockig, funkig oder soulig, für die Voice Frontfrau scheint’s keine unüberwundbare stimmliche Grenzen zu geben. Dazu passte der Sound und die Band lieferte ein Nonstop Rock Feuerwerk ab, das sich gewaschen hatte.

Das Bemerkenswerte dabei: Trotz einer Profi Show gings völlig locker und unaufgeregt zu. Es dauerte denn auch nicht lange, bis sich die Tanzfläche vor der Bühne füllte – Voice weiß wie man die Fans vom Hocker holt. Die siebenköpfige Truppe tritt in der klassischen Besetzung mit Schlagzeug, Keyboard, Bass, Gitarre und Gesang auf, verstärkt durch eine Trompete. Dies ermöglicht Voice sich in verschiedenen musikalischen Stilrichtungen problemlos zu tummeln. Grandios Joe Cockers „Unchain my heart“ Interpretation oder Phil Collins „Easy Lover“. Bei „Let it rain“ von Amanda Marshall lief Frontfrau Silvia Schneider erstmals zur Top Form auf. Gewaltig krachen ließ es die Band beim „Summer of 69“ von Bryan Adams.Ein Hörgenuss war aber auch „Those where the days“ in der Version der „Leningrad Cowboys“. Zwischendurch ein paar Klassiker von Manfred Manns Earthband und das Publikum flippte aus. Erst recht dann als Voice das Finale mit Pink Floyd Stücken einleitete. Da gab es kein Halten mehr. Klar, daß da einige Zugaben fällig waren, denn so einfach läßt man eine Band wie Voice nicht von der Bühne. „Beds are burning“ von Midnight Oil sollte das Betthupferl eines grandiosen Rockabends sein.

Die gute Nachricht: Michael Zerhusen hat Voice bereits wieder fürs kommende Jahr verpflichtet.